Stillen und Arbeit

Business & Baby - ein Drahtseilakt.

Da ist das kleine Krümelchen nun endlich, nach einem Dreivierteljahr im mütterlichen Bauch, auf diese schöne Welt gekommen und alles ist offenbar gar nicht so schwer, wenn man nach seinem Bauch handelt. Alle Familienmitglieder packen mit an, auch im Haushalt und es kommt unerwartet zeitig der Anruf des Arbeitgebers mit dem SOS-Ruf. Oder die frisch gebackene Mama wollte gar nicht mindestens ein Jahr lang Zuhause bleiben, sondern sehnt sich nach ihrer Arbeit. Oder der Papa bot sich an, das zu übernehmen und Mama genießt nun einen Alltag ohne schmutzige Wäsche und Geschirr. Es gibt sehr viele verschiedene Erziehungs- und Familienmodelle und das Tolle ist – heutzutage ist das auch gar kein Problem mehr, wir leben in einer toleranten Welt. Oder doch nicht?

Die Sache mit der Toleranz

Toleranz ist modern und wird immer ganz groß geschrieben. Aber wirklich vorhanden ist sie leider oftmals gar nicht. Es gibt zahlreiche Mütter, die bereits feindselig angesprochen worden sind, weil sie öffentlich ihr Kind stillen wollten. Dabei geht es nicht beispielsweise um Restaurantinhaber, denen das nicht schmeckt. Oder das Baby, was sich dort nicht so recht wohlfühlt. Nein – es handelt sich zumeist um Fremde. Solche, die das gar nichts angeht. Menschen, die engstirnig sind und nur einen Grund suchen, um sich zu echauffieren.

Die Seite des Arbeitgebers

Ein jeder Arbeitgeber wird sich freuen, wenn seine Mitarbeiterin wieder dauerhaft an ihren Arbeitsplatz zurückkehrt. Das ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch eine Art Betriebsehe.

Gerade sehr beliebte Arbeitnehmer tendieren dazu, schnell an ihren Arbeitsplatz zurück zu kehren, als ursprünglich geplant.
Damit die Neumami ihr Baby auch dennoch ordentlich versorgen kann, gibt es das Mutterschutzgesetz, an das sich ein jeder Arbeitgeber ohne Einschränkungen zu halten hat. Dieses Gesetz besagt, dass die Aufgabenfelder, die die Arbeitnehmerin zu erfüllen hat, giftfrei sein müssen, bestimmte Zeiten eingehalten werden müssen usw.

Hier ist es nicht viel anders als zuvor während der Schwangerschaft: Auch jetzt bekommt das Baby alle Schadstoffe ab, die die Mutter zu sich nimmt. Die Muttermilch transportiert also genau das, was die Mutter zu sich nimmt, einatmet, trinkt ect.

Das Mutterschutzgesetz für Stillende

Nacht- und Wochenendarbeit ist untersagt für stillende Mütter. Außerdem steht der stillenden Mutter mehr Pause zu: Zweimal täglich bis zu jeweils 30 Minuten bekommt sie extra zur Verfügung gestellt, um ihr Baby stillen zu können. Ein separater Ruheraum sollte gegeben sein. Wer in der Arbeit selbst nicht direkt stillen kann, nutzt diese Extrazeiten eben zum Abpumpen der Muttermilch.

Die Dauer der Stillzeit ist nicht gesetzlich vorgegeben. Es muss auch nicht voll gestillt werden, um diesem Gesetz zu unterliegen. Auch Teilstillen bringt diese Vorteile und diesen besonderen Schutz mit sich.

Organisatorisches

Berufen darf man sich auf das Mutterschutzgesetz selbstverständlich, doch sinnvoll ist es, das Arbeitsklima darunter nicht leiden zu lassen. Es gilt, Absprache bezüglich beruflicher Termine zu treffen. Es sollte besprochen werden wann die Mutter wieder einsteigt in ihren Job und wann sie Zeit benötigt um zu stillen bzw. wer sie in dieser Zeit vertreten kann.

Das Baby darf zur Arbeit gebracht und dort angelegt werden, die hygienischen Umstände müssen jedoch passen. Sollte es doch auf das Abpumpen hinauslaufen ist es ratsam, einen vom Baby getragenen Strampler bei sich zu haben, um daran zu riechen. Auch ein Foto des Kindes kann den Milchspendereflex verstärken.
Ein Kühlschrankfach für die abgepumpte Milch sollte vorhanden sein, um diese kaltstellen zu können.

Gut ist es, wenn die Mutter das Baby stillt kurz bevor sie zur Arbeit geht und direkt nach Feierabend, denn so streckt sich der Zeitraum nicht so sehr für das kleine Menschenkind.

Foto © runzelkorn – Fotolia.com

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